Time to go…

… oder: Warum Arbeit das halbe Leben ist.

Wenn auf der Arbeit alles gut ist, die Aufgaben Spaß machen, das Team nett ist und man sich mit der Firma identifizieren kann, merkt man oft gar nicht, wie gut man es hat. So wie wenn man erst merkt wie schön es ist, gesund zu sein, wenn man plötzlich richtig krank ist.

Ein Jobwechsel ist ein großer Schritt, den sich viele Menschen sehr lange überlegen. Es hängt ja auch eine Menge dran: ein anderer Weg zu Arbeit, neue Kollegen, ein neuer Chef, andere Aufgaben und Themen in die man sich einarbeiten muss und nicht zuletzt ein neues Gehalt. Das sind viele Variablen, die man beachten muss und um wirklich zu kündigen, muss meistens alles zusammen passen. Gar nicht so einfach.

Aber weiß man, wann es Zeit ist, zu gehen?

Für manche reicht ein besseres Gehalt oder spannendere Aufgaben. Sie gehen nicht aktiv auf Jobsuche, sind aber offen für Angebote. Kommt ein passendes, ziehen sie weiter.

Anders ist es, wenn man nicht mehr zufrieden mit der aktuellen Situation ist. Wie viel kann man aushalten, bis der aktuelle Job unerträglich wird?

Ich schreibe diesen Post, weil bei mir zur Zeit ein Jobwechsel ansteht. Und weil ich merke, wie sehr die Arbeit das Privatleben doch beeinflusst. Dass Arbeits- und Lebenszufriedenheit zusammenhängen, ist statistisch bewiesen und ich darf es an meinem eigenen Leib erfahren.

Ich habe für Dich ein paar Punkte gesammelt, an denen Du merken kannst, dass es Zeit ist, über einen Wechsel nachzudenken.

1. Es gibt keinen Teamzusammenhalt

Was soll man dazu noch sagen? Wenn Deine Kollegen über Dich lästern, Deine Erfolge als ihre ausgeben, man nicht zusammen, sondern gegeneinander arbeitet und keiner dem anderen etwas gönnt, dann kann die Aufgabe noch so spannend sein. Jeder Tag, an dem man ins Büro kommt, wird zur Qual.

2. Du bist unter- oder überfordert

Ja, auch Überforderung kann ein guter Grund sein, sich etwas Neues zu suchen. Wenn man ständig Überstunden macht, Tag und Nacht an die Arbeit denkt und keine Unterstützung bekommt, obwohl man darum gebeten hat, ist das kein Zustand, den man lange aushalten sollte.

Eine ständige Unterforderung ist genauso schlimm. Der Tag vergeht einfach nicht und man könnte mit seinen Fähigkeiten so viel Produktives tun, hat aber keine Chance.

3. Das Gehalt passt nicht

Jaja, das liebe Geld. Ich persönlich würde nicht allein wegen des Geldes meinen Job wechseln, es ist aber durchaus ein guter Grund. Jeder hat eine andere Motivation.

Wann das Gehalt aber immer ein Warnsignal sein sollte, ist, wenn Du deutlich weniger verdienst, als Deine Kollegen, die den gleichen Job machen. Oder wenn Du seit Jahren keine Gehaltserhöhung mehr erhalten hast.

4. Keine Perspektive

Du tust alles dafür, weiterzukommen, aber eine Beförderung ist nicht in Sicht? Andere Unternehmen würden Dich vielleicht liebend gerne auf einer besseren Position einstellen!

5. Keine Identifikation mit dem Unternehmen

Im Job ist es wie in einer Beziehung. Man sollte die gleichen Wertvorstellungen und Zukunftspläne haben, ansonsten wird eine Zusammenarbeit schwierig. Wenn das Unternehmen Entscheidungen fällt, die Du nicht nachvollziehen kannst und Du Dinge tun sollst, die nicht Deinen Werten entsprechen, passt es wohl nicht mehr.

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Ich will natürlich nicht sagen, dass man unbedingt kündigen soll, wenn einer der o.g. Punkte zutrifft. Du solltest immer zuerst das Gespräch mit Deinen Vorgesetzten und Kollegen suchen. Wenn aber trotzdem mehrere Punkte zutreffen, kann man sich ja mal nach etwas Neuem umschauen.

Um noch mal den Gedanken vom Anfang aufzugreifen: wenn Du so unglücklich mit Deinem Job bist, dass Du auch schon im Privatleben merkst, wie er Dich runterzieht und Du morgens mit schlechter Laune aufwachst, sollten alle Alarmglocken läuten. Im schlimmsten Fall kann es soweit gehen, dass man puren Hass gegen das Unternehmen entwickelt. Das muss man sich nicht antun.

Arbeit ist das halbe Leben und Du solltest alles dafür tun, dass Dich diese Hälfte glücklich macht.

Wie hast Du gemerkt, dass es Zeit war, Deinen Job zu wechseln?

 


Bild gesehen bei: http://intrinsify.me/

 

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2 Gedanken zu „Time to go…

  1. Christine sagt:

    Ein guter Text, vor allem der letzte Satz fasst es perfekt zusammen. Ich bin wirklich deiner Meinung!
    Generell denke ich, dass es auch okay ist, wenn man einfach die Arbeit nur als Arbeit ansieht und damit nur den Lebensunterhalt verdienen will. Wenn das für einen so passt, dann ist das auch gut.
    Aber ich konnte so noch nie denken und ein klassischer Schreibtischjob wäre zum Beispiel immer mein Albtraum gewesen…

    • Nina sagt:

      Hi Christine,

      danke für deinen lieben Kommentar! :)
      Ja, jeder wird anders glücklich und stellt sich einen perfekten Job anders vor! Gut, dass wir alle verschieden sind :)

      X Nina

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